Neurodivergenz ganzheitlich verstehen und begleiten
Neurodivergenz ist kein Phänomen unserer heutigen Zeit. Menschen mit ADHS, autistischen Wahrnehmungsweisen oder anderen neurodivergenten Besonderheiten gab es schon immer – häufig jedoch, ohne dass ihre Art zu denken, zu fühlen und wahrzunehmen erkannt oder verstanden wurde.
Viele haben früh gelernt, sich anzupassen, ihre Bedürfnisse zurückzustellen oder Besonderheiten zu verbergen. Dieses sogenannte Masking kann viel Kraft kosten. Heute wissen wir mehr darüber, wie unterschiedlich Menschen Reize verarbeiten, Emotionen regulieren, kommunizieren und ihren Alltag organisieren.
Dabei geht es nicht darum, notwendige Anforderungen oder Strukturen aufzugeben, sondern individuelle Voraussetzungen besser zu verstehen und die eigenen Fähigkeiten und Stärken gezielt zu fördern.
Warum eine ganzheitliche Begleitung?
Immer mehr Kinder, Jugendliche und Erwachsene erhalten heute eine Diagnose aus dem neurodivergenten Spektrum. Doch nach der Diagnose bleiben Betroffene und Familien mit ihren Fragen häufig zunächst allein – nicht zuletzt aufgrund langer Wartezeiten auf Therapie- und Beratungsplätze.
Für mich bedeutet ganzheitliche Begleitung, nicht nur auf eine Diagnose oder einzelne Symptome zu schauen. Auch Stress, Schlaf, Ernährung, Darmgesundheit und Mikronährstoffversorgung können Wohlbefinden und Belastbarkeit beeinflussen und je nach individueller Situation ergänzend betrachtet werden.
Neurodivergenz soll dabei nicht „wegtherapiert“ werden. Vielmehr geht es darum, herauszufinden: Was brauche ich, damit mein Alltag besser zu meiner Art zu denken, wahrzunehmen und zu fühlen passt?
Wie kann ich unterstützen?
In meiner Praxis begleite ich neurodivergente Menschen und ihre Familien individuell und ressourcenorientiert. Gemeinsam können wir Strategien entwickeln, um den Alltag besser zu strukturieren, Überforderung und Reizbelastung frühzeitig wahrzunehmen und eigene Bedürfnisse und Grenzen besser zu verstehen.
Auch familiäre Herausforderungen und die Beratung von Eltern neurodivergenter Kinder können Teil der Begleitung sein.
Im Mittelpunkt steht dabei immer der Mensch – mit seinen individuellen Bedürfnissen, Ressourcen und Stärken.
Wie läuft eine Begleitung ab?
1. Kennenlernen, Anamnese & orientierende Einschätzung
Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch über die aktuelle Situation, bestehende Diagnosen, individuelle Stärken und mögliche Belastungen. Bei Kindern und Jugendlichen werden die Eltern bzw. Bezugspersonen entsprechend einbezogen. Gleichzeitig ist mir wichtig, auch die Sichtweise des Kindes oder Jugendlichen wahrzunehmen und ernst zu nehmen.
Bei einem Verdacht auf ADHS oder Autismus können ergänzend orientierende Screening- und Testverfahren eingesetzt werden. Sie können Hinweise auf neurodivergente Besonderheiten geben und dabei helfen einzuschätzen, ob eine weiterführende fachärztliche oder psychologische Diagnostik sinnvoll sein könnte.
Eine fachärztliche bzw. psychologische ADHS- oder Autismusdiagnose wird in meiner Praxis nicht gestellt. Die eingesetzten Verfahren dienen der Orientierung und ersetzen keine entsprechende Diagnostik.
2. Ganzheitliche Betrachtung
Je nach Fragestellung betrachten wir verschiedene Bereiche, die das körperliche und seelische Wohlbefinden beeinflussen können – beispielsweise Ernährung und Mikronährstoffversorgung, Darmgesundheit, Schlaf, Stressbelastung und hormonelle Regulation. Bei Bedarf kann eine gezielte Labordiagnostik ergänzend sinnvoll sein.
3. Individuelles Behandlungskonzept
Auf dieser Grundlage entwickeln wir einen persönlichen Behandlungsweg. Dieser kann beispielsweise Ernährungs- und Mikronährstofftherapie, Unterstützung der Darmgesundheit, Maßnahmen zur Stressregulation sowie mentales Coaching umfassen. Bei Kindern und Jugendlichen werden die Empfehlungen selbstverständlich an Alter, Alltag und Familie angepasst.
4. Neurodivergenz verstehen & den Alltag erleichtern
ADHS oder Autismus sollen dabei nicht „wegbehandelt“ werden. Vielmehr geht es darum, die eigene Neurodivergenz bzw. die des Kindes besser zu verstehen, individuelle Stärken wahrzunehmen und Belastungen zu reduzieren. Gemeinsam können wir Strategien für Selbstregulation, Schule, Familie und Alltag entwickeln.
5. Elternberatung & familiäre Unterstützung
Bei Kindern und Jugendlichen kann die Beratung der Eltern ein wichtiger Bestandteil sein. Gemeinsam betrachten wir herausfordernde Situationen und suchen nach Wegen, die zum Kind und zur Familie passen – mit dem Ziel, mehr Verständnis, Sicherheit und Entlastung im Alltag zu schaffen.
6. Verlauf & weitere Begleitung
In Folgeterminen schauen wir gemeinsam, was sich verändert hat und wo weitere Unterstützung sinnvoll ist. Die Abstände und Inhalte der Termine richten sich nach dem individuellen Bedarf.
Sie möchten wissen, ob meine Begleitung für Sie oder Ihr Kind passend sein könnte?
Gerne können wir in einem persönlichen Gespräch klären, welche Unterstützung sinnvoll ist.
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